Heuschnupfen im Frühling – Was tun bei Allergien gegen Frühblüher?

Pollen-Allergie-Heuschnupfen

Endlich ist der Frühling da! Was für die einen ein Grund zum Jubel ist, ist für die anderen der Beginn einer alljährlichen Prüfung. Denn Heuschnupfen ist nicht nur ein Phänomen des Sommers. Auch im Frühjahr, sogar schon im Januar, fliegen Pollen. Für Betroffene heißt das Schniefen und Augenjucken, obwohl die letzte Wintergrippe vielleicht noch gar nicht überstanden ist.

Was ist eine Frühblüher Allergie?

Menschen mit einer Frühblüher Allergie reagieren auf bestimmte Bäume, Gräser und Sträucher überempfindlich, die bereits in den ersten Monaten des neuen Jahres ihre Pollen produzieren. Der tatsächliche Quälgeist sind jedoch nicht die Pollen an sich, sondern ihre Eiweiße. Diese dringen durch die Schleimhäute von Nase und Augen in den Körper ein und rufen so eine Abwehrreaktion hervor – das Resultat sind eine triefende Nase, tränende Augen, permanenter Juckreiz und Niesreiz.
Meist sind Menschen jedoch nicht von Geburt an gegen gewisse Pollen allergisch, sondern die Überempfindlichkeit entwickelt sich erst im Laufe der Jahre. Auch Erwachsene, die noch nie mit einer Allergie zu kämpfen hatten, können also plötzlich betroffen sein.

Welche Pflanzen lösen im Frühling Heuschnupfen aus?

Nur die sogenannten Windbestäuber sorgen ab dem Frühjahr für den von Allergikern so gefürchteten Pollenflug und somit für Heuschnupfen. Denn diese Pflanzen vermehren sich mithilfe des Windes und nicht, wie andere, über die Bestäubung durch Bienen. Zu den Windbestäubern, die bereits im Frühjahr ihre Samen auf die Reise schicken, gehören Hasel, Birke, Esche, Eibe, Eiche und Erle, viele Gräser und auch Roggen.
In Deutschland macht vor allem die Birke vielen Menschen zu schaffen, da sie fast überall anzutreffen ist. Sie blüht im März, der Beginn ihres Pollenfluges fällt jedoch von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus. Denn jeder Winter verläuft anders und somit kann sich auch die Pollenflugzeit verschieben – mitunter um mehrere Wochen.
Wer sich auf „seinen“ Pollenflug genau vorbereiten möchte, kann sich in unserem Pollenflug Kalender genau über die einzelnen Blühzeiten informieren. Gleichzeitig sollten Sie jedoch auch die aktuellen Pollenflugmeldungen in Zeitungen, Radio oder Fernsehen verfolgen, um genau über die aktuellen Verhältnisse in Ihrer Region informiert zu sein.

Allergenkalender

Pollenflug-Informationen im Allergenkalender (Klicken zum Vergrößern)

Woran erkennt man eine Frühblüher Allergie?

Da Erle und Hasel bereits im Januar mit dem Pollenflug beginnen, ist für Frühblüher-Allergiker nicht immer leicht zu entscheiden, ob sie nun an einem grippalen Infekt oder an Heuschnupfen leiden. Als Faustregel gilt: Gesellt sich zu Schnupfen und tränenden Augen auch ein Juckreiz hinzu, egal ob auf der Haut oder in Augen und Nase, handelt es sich vermutlich um eine Allergie. Dennoch ist es nicht immer so einfach und vollkommene Gewissheit kann Ihnen nur ein Arztbesuch bringen.

Zu den Heuschnupfen-Beschwerden gehören:

  • tränende Augen, Juckreiz, gerötete Augen
  • laufende oder verstopfte Nase, Niesreiz, Nasenkribbeln
  • Atembeschwerden, asthmatische Anfälle
  • allgemeines Unwohlsein, Kopfschmerzen, schlechter Schlaf, mitunter auch Fieber
  • juckende Haut, Rötungen, Ausschlag

Sind Sie sicher, dass Sie an Heuschnupfen leiden, sollten Sie einen Allergietest machen. Denn gerade im Frühjahr sind viele unterschiedliche Pollen in der Luft. Wissen Sie genau, welche Pflanze bei Ihnen für die Symptome verantwortlich ist, können Sie auch gezielter dagegen vorgehen und sich besser schützen.


Erfahren Sie mehr über Heuschnupfen in diesem Video (7:32 min Länge)

Was hilft bei Heuschnupfen?

Bei einer jeden Allergie hilft eine Mischung aus Schutz vor der allergieauslösenden Substanz (= Allergen) und einer gezielten Behandlung. Natürlich ist es schwierig, sich gegen kleine Pollen zu schützen, die über den Wind eigentlich überall hingetragen werden. Dennoch ist es nicht unmöglich.
Je nach Stärke Ihrer Allergie sollten Sie in der akuten Zeit Pollenschutzgitter vor Ihren Fenstern anbringen, die ein Eindringen der kleinen Plagegeister auch beim Lüften verhindern. Zusätzlich können Sie einen Luftreiniger verwenden und bei Spaziergängen eine Atemschutzmaske tragen. Ebenfalls wichtig sind häufiges Staubsaugen mit einem Staubsauger mit Pollenfilter, das sofortige Reinigen der Kleidung nach einem Spaziergang und abendliches Duschen, damit Sie selber die Pollen in Ihren Haaren nicht auch noch auf dem Kopfkissen verteilen.

So schützen Sie sich vor Pollen:

  • Beachten Sie die Pollenflugvorhersagen in den Medien
  • Bauen Sie einen Pollenfilter in Ihr Auto und in Ihren Staubsauger
  • regelmäßig staubsaugen und feucht durchwischen
  • Pollenschutzgitter vor den Fenstern anbringen sowie nur morgens (Stadt) oder abends (Land) lüften
  • seltener im Freien aufhalten, danach duschen, Haare waschen und Kleidung wechseln
  • Draußenkleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen oder aufbewahren
  • Wäsche (vor allem Bettwäsche) nicht im Freien trocknen lassen
  • Arbeit und Sport im Freien wenn möglich vermeiden
  • In den Urlaub fahren (Meer, Hochgebirge, Wüste)

Zusätzlich zu den Schutzmaßnahmen sollten Sie auch über eine Behandlung nachdenken, denn nur so lösen Sie das Problem langfristig.

Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung ist eine beliebte Behandlungsmethode, da sie eine Verminderung der Beschwerden bewirken kann. Über einen längeren Zeitraum (mindestens sechs Monate, meist jedoch zwei Jahre oder mehr) wird dem Patienten genau das Allergen zugeführt, auf das er reagiert – allerdings in sehr geringer Dosis. So erfolgt im Laufe der Zeit eine Gewöhnung des Körpers an dieses Allergen und die allergische Reaktion darauf bleibt aus.

Behandlung mit Medikamenten

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Bekämpfung der Symptome mithilfe verschiedener Medikamente. Diese Variante wird meist parallel zu einer Hyposensibilisierung eingesetzt, um die Beschwerden bei den Betroffenen zu lindern. Je nach Schweregrad der allergischen Reaktion werden Antihistaminika oder Kortikoide eingesetzt. Antihistaminika verhindern die Ausschüttung des Körperstoffes Histamin, das für die Allergie-Symptome verantwortlich ist. Kortikoide wirken entzündungshemmend und sorgen so für ein Abschwellen der Schleimhäute.

Die Gefahren bei Nichtbehandlung einer Allergie

Gerade schwächere Allergien bleiben oft unbehandelt, da sich die Betroffenen von den Symptomen nur gering beeinträchtigt fühlen. Ein nicht oder kaum behandelter Heuschnupfen kann jedoch zu zwei unangenehmen Folgeerkrankungen führen.

  1. Ist der Bann erst einmal gebrochen und eine Allergie da, folgen oft weitere nach. Diese sogenannten Kreuzallergien müssen nichts mehr mit Pollen zu tun haben, sondern können sich auch auf Lebensmittel ausweiten, deren Eiweiße denen der Pollen ähnlich sind. Spätestens hier wird es nun wirklich unangenehm und oft auch gefährlich. Denn bei Konsum des betroffenen Nahrungsmittels kann der hintere Rachenbereich so stark anschwellen, dass der Patient im schlimmsten Fall keine Luft mehr bekommt.
  2. Eine permanente Entzündung der oberen Atemwege kann nach einiger Zeit auch die unteren Bereiche belasten – die Bronchien in der Lunge. Ist dieser Teil erst einmal betroffen, ist allergisches Asthma die Folge. Der Patient reagiert bei Kontakt mit dem entsprechenden Allergen nun nicht mehr „nur“ mit Schnupfen, sondern auch mit einer Verengung und Verkrampfung der Atemwege. Auch erhöhte Ozonwerte können diesen Effekt dann hervorrufen.

Bei einer Allergie gegen Frühblüher ist es also ratsam, den Stier sofort bei den Hörnern zu packen und den Heuschnupfen bereits im ersten Jahr des Auftretens mit fachärztlicher Hilfe zu bekämpfen. So verhindern Sie die Entstehung von allergischem Asthma und auch das Risiko einer Kreuzallergie wird deutlich reduziert.