Hörnerv-Messung auf akustische Reize

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Die Hirnstammaudiometrie, die BERA (=Brainstem Evoked Response Audiometry) dient der Bestimmung der Hörnervenleitgeschwindigkeit und der Messung des Hörnervs auf akustische Reize. Dabei handelt es sich um ein spezielles EEG, es werden also die elektrischen Hirnströme gemessen. Wenn bei einem Ohr der Schall bis in die Schnecke gelangt, wandeln die inneren Haarzellen ihn in elektrische Signale um. Diese wandern entlang des Hörnervs in den Hirnstamm. Dort werden die Signale von den Nervenzellen verarbeitet und an die Hörrinde des Großhirns geleitet, und erst dann wird uns bewusst, dass wir etwas hören.

Die Arbeit im Hirnstamm erledigen Nervenzellen, indem sie ihre elektrischen Spannungen (man sagt auch „Potentiale“) verändern. Mit sehr empfindlichen Messinstrumenten lassen sich diese elektrischen Spannungsveränderungen auf der Kopfhaut nachweisen. Die Elektroden, kleine Metallplättchen, die auf den Kopf aufgeklebt werden, nehmen diese auf und geben sie an den angeschlossenen Apparat weiter.

Es ist ein reines Messverfahren und es fließt kein Strom von den Elektroden in den Kopf. Da dieses Verfahren nicht abhängig von der Vigilanz ist, können sowohl wache als auch schlafende oder narkotisierte Patienten zuverlässig untersucht werden.

Dadurch ist es besonders gut geeignet für Babys und Kleinkindern, die bei einem Tonhörtest noch nicht richtig mitarbeiten können. Dies ist eine sehr bewährte Methode, um eine sichere Hörschwelle in einem festgelegten Frequenzbereich zu bestimmen.

Mit der BERA lässt sich das Hörvermögen also auf dem gesamten Weg vom Trommelfell bis zum Hirnstamm verfolgen. Ihre Bedeutung wird allerdings dadurch eingeschränkt, dass sie bei Kleinkindern nur im Frequenzbereich zwischen 1000 Hz und 4000 Hz funktioniert und damit die tiefen Töne nicht berücksichtigt.

Bei Erwachsenen lässt sich auch ein Gewächs am Hörnerv (Akustikusneurinom) mittels BERA diagnostizieren. Akustikusneurinome können Tinnitus, Schwindel sowie Hörstürze verursachen.


Für die Untersuchung werden Sie mit ihrem Kind in einen abgedunkelten Raum gebracht, um so wenig wie möglich Ablenkung für das Kind zu haben. Denn bei der Untersuchung werden kleinste elektrische Signale des Gehirns gemessen, die natürlich auch entstehen wenn man etwas denkt, etwas sieht, träumt oder sich bewegt. All diese ganz normalen Aktivitäten wirken sich störend auf die Untersuchung aus. Deshalb versuchen wir während der Messung alles zu vermeiden, was verwirrende Hirnströme auslösen kann. Am besten ist es sogar, wenn Ihr Kind während der Untersuchung schläft. Es empfiehlt sich also, wenn Sie Ihr Kind unmittelbar vor dem Besuch beim Arzt wach halten und erst direkt vor der Untersuchung füttern.

Viele Babys schlafen üblicherweise gleich nach dem Füttern ein und so wird es während der Prozedur ruhig schlummern. Sollte ihr Kind sehr unruhig sein, gibt es die Möglichkeit, dass es von uns ein mildes Beruhigungsmittel bekommt. Es werden ihm dann drei oder vier kleine Elektroden auf den Kopf geklebt, eine davon auf die Stirn oder den Scheitel und eine hinter jedes Ohr. Die Elektroden lassen sich nach dem Test ganz leicht wieder abmachen. Anschließend setzten wir dem Kind/Ihnen Kopfhörer auf oder wir stecken ihm Ohrstöpsel in die Gehörgänge. Dann kann die eigentliche Messung beginnen. Über die Kopfhörer oder die Ohrstöpsel bekommen Sie/das Kind Klicktöne zu hören, zuerst laute, dann leisere. Beide Ohren werden getrennt vermessen. Das Gerät wiederholt automatisch in jeder Sekunde viele Durchgänge. Im Anschluss wird von uns das Ergebnis ausgewertet und mit Ihnen besprochen.


Die BERA ist ein harmloses Testverfahren und hat keine Nebenwirkungen.